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Schmerz … nichts Schlechtes!

Die meisten von Ihnen sehen Schmerz wahrscheinlich eher als etwas negatives und haben Respekt oder vielleicht sogar Angst vor ihm, jedoch kann Schmerz auch für etwas positives gebraucht werden. In erster Linie ist Schmerz nur ein Schutzmechanismus des Körpers und funktioniert wie ein Alarm. Er bimmelt als eine Reaktion auf einen zu hohen Reiz, der als unangenehm empfunden wird. Die meisten Menschen assoziieren mit Schmerz eine Gefahr oder eine Bedrohung, da sie in der Vergangenheit vielleicht schlechte Erfahrungen gemacht haben. Wir sehen Schmerz als eine Möglichkeit. Eine Möglichkeit seinen Körper zu stärken. Es gibt ein neues Trainingsparadigma, dass mit Schmerz arbeitet und Vorteile darin sieht Übungsformen mit Schmerz durchzuführen. Dieses Paradigma beruht auf drei verschiedenen Mechanismen.

Affektive Aspekte

Als Erstes kann man die affektiven Aspekte dieses Trainings in den Schmerz aufführen. Die Angst, die man mit Schmerz verbindet, hängt mit der Reaktion des Gehirns auf diesen zusammen. Es kommt durch eine zunehmende Aktivierung der Neuronen des Rückenmarks zu einer zeitlichen Summation des Reizes und dadurch zu einer stärkeren Schmerzreaktion im Gehirn. Die Amygdala, also das Angstzentrum des Gehirns, spielt hier eine der wichtigsten Rollen. Sie ist für die Reaktion auf Angst und auch für die Antwort auf schmerzhafte Erinnerungen oder Furcht zuständig. Auch eine wichtige Rolle spielt der Mediale präfrontale Kortex, der die Möglichkeit hat die Amygdala zu blockieren oder zu unterdrücken. Dazu kommt noch der cinguläre Kortex, der ebenfalls für die Reaktion zuständig ist. Diese drei Hirnareale kommunizieren und es kommt dadurch zu einer reduzierten Bedrohungswahrnehmung, einer verbesserten Selbstwirksamkeit und einer Bildung von neuen hemmenden Assoziationen. Der Nutzen der schmerzhaften Übungen besteht darin, dass man lernt mit Schmerz normale Bewegungen durchzuführen und beginnt die als gefährlich eingeschätzten Bewegungen anders zu bewerten.

Freisetzung

Der zweite Aspekt liegt bei der Freisetzung von verschiedensten Stoffen des Körpers. Durch die Bewegung werden zum Beispiel Endorphine freigesetzt und es kommt zu schmerzstillenden Mechanismen, die vom Gehirn ausgelöst werden. Außerdem wird durch die Steigerung der Herzfrequenz und des Blutdrucks das körpereigene Opioid-System aktiviert. Schmerzhafte Übungen führen daher einen stärkeren Schmerz-reduzierenden Effekt bei weniger anspruchsvollen Übungen herbei. Schmerz wird somit vom Körper selbst konditioniert und nimmt Patienten natürlich auch ein bisschen Angst.

Immunfunktion

Als letzter Aspekt ist die Immunfunktion zu nennen. Hier kommt wieder die Amygdala ins Spiel. Die Reduktion des Bedrohungspotenzials des Schmerzes durch die Konfrontation des Schmerzes mit den Übungen lässt ebenfalls eine Reduktion der Furcht vor dem Schmerz aus sich folgen. Die Amygdala wird somit seltener aktiviert.

Umdenken für ein schmerzfreies Leben

Das Ergebnis dieser Übungen, die mit Schmerz zusammenhängen, könnte eine positive Modulation des Nervensystems sein und außerdem Schmerz- oder entzündungshemmende Wirkungen zeigen. Außerdem lernt der Patient, dass Schmerz und Schaden selten korrelieren. Denn das Gehirn lernt Schmerzen, weshalb es ihn aufgrund des Erfahrungswertes weiter (unnötig) aussendet. Diese Einsicht eröffnet unzählig viele neue Optionen in der Schmerztherapie, denn dies ermöglicht es uns den Schmerz in seiner Ursache zu behandeln. Die Bedingung dafür ist jedoch, dass wir uns dieser Sichtweise des biopsychosozialen Modells öffnen. Die moderne Schmerzforschung besagt, dass in unseren Köpfen ein starkes Umdenken stattfinden muss. Für ein schmerzfreies Leben sollten Schmerzmittel und Operationen nur die allerletzte Option darstellen. Denn diese behandeln häufig nur die Symptome und nicht die Ursache.

Gerne lernen wir Sie und Ihre Schmerzen in einem persönlichen Gespräch kennen. Mit unserem evidenzbasierten Ansatz konnten wir schon vielen Patienten helfen ihre Beschwerden durch verschiedene Methoden und Übungen zu lindern.

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